christliche Literatur
Es ist mal wieder soweit. Die Zeit der Konfirmationen, Einsegnungen und Kommunionen /Firmungen ist da. Außer den besagten Einsegnungskindern, (bitte bei entsprechender Religionszugehörigkeit ausfüllen, siehe oben) freuen sich wohl nur noch die christlichen Buchläden und Verlage. Letzere weil sie nun endlich die ganzen vollgestaubten Schinken aus den hintersten Regalbrettern hervorkramen und sie an gutmeinende Verwandte loswerden können. Oder weiß sonst jemand, wo so seltsame Foramte wie „Die 5 Geschwister“ oder „Uli kanns nicht lassen“ herkommen. Das sind übrigens die christlichen Varianten von den 5 Freunden (wer hätte das erraten) und TKKG. Inzwischen muss auch nicht mehr auf die alten Nesthäkchen-Bücher zurückgegriffen werden. Es gibt natürlich die christliche Variante davon nennt sich übrigens „Paulas Tagebuch“.
Kommen wir zu alle entscheidendne Frage: Warum?
Warum muss alles in einer pseudochristlichen Verpackung erscheinen,bevor man es verschenken darf. Ich möchte meinen Cousins und Cousinen auch ein Harry-Potter Buch auf den Gabentisch legen, ohne eine 2-stündige Diskussion, warum wieso und wie ich das nur lesen kann. Übrigens ist mir bis jetzt niemand begnet, der HP gelesen hat und dann ernsthaft versucht hat auf das Gleis 9 3/4 zu gelangen. Aber das nur am Rande. Natürlich bin ich dafür, die obengenannten „fürs Leben“ auszurüsten. Aber ein gutes Bibellexion tut´s auch. Bringt sogar mehr, weil man es später tatsächlich mal verwenden kann. Auch gute Bibelübersetzungen dürfen und sollen verschenkt werden. Leider scheiden an dem „gute“ die Geister. So kommt es wohl, dass mein Cousin sage und schriebe 3 mal die gleiche Bibel geschenkt bekommen hat. Begründung: O-Ton: „Das gibt´s ja für Mädchen und Jungen getrennt“
Hallo, das ist das neue Testament, was soll ich da schon groß anders schreiben. Das einzig gute an dieser Übersetzung, sind die Einführungen zu jedem Buch, aber die gibt´s auch in jedem Bibellexikon (Ihr ahnt auf was ich hinaus will?)
oder „das ist ein ganz neues Format, im Zeitschriftenstil“
Prima, eine Zeitschrift in DINA 4 Format, unhandlich und leicht „kaputtbar“.
auch ein toller Spruch “ die lesen doch eh nix mehr aus der Bibel“
klar, deswegen kauf ich diese Schummelpackung.
Fazit: Traut den Jugendliche doch was zu. Sie sind jetzt religionsmündig, dürfen und sollen ihren eigenen Glauben leben. Sich auch mit Fragen beschäftigen, die vielen Christen (mich eingeschlossen) nicht leicht zu beantworten sind. Dazu brauchen sie Unterstützung, aber die bekommen sie wohl eher nicht aus, auf christlich getrimmten, Krimis, Mädchenbüchern, Lifestyleberatung („Pimp my life“) und was es sonst noch alles gibt. Sie brauchen mutige Menschen, die sie und ihre Fragen ernst nehmen und sie nicht mit einm schlecht geschriebenem Buch in die Ecke schicken.
(Auch so was über das man sich aufregen kann. Anscheinend brauchts auf dem christlichem Buchmarkt keine guten Schriftsteller. Eine Geschichte liest sich wie die andere und hat man mal eines erwischt, dass spannend geschriben ist, braucht man nach dem ersten Gebet nur noch die letzte Seite zu lesen. Schema F in Reinformat. Ach ja einmal im Jahr kramt man sie ja aus den hintersten Regalen hervor und verkauft die an die lieben Verwandten)
Sicherlich gibt es auf dem christlichen Sektor schlecht und nach Schema F geschriebene Bücher. Sicherlich wissen viele Verwandte und Taufpaten nicht genau, was man zur Konfirmation oder Firmung schenken soll.
| Verfasst 1 year, 5 months agoDoch stell dir vor, es gibt keine christlichen Bücherläden mehr!
Wäre das besser?
Wie im normalen Leben auch, muss man sich mit einem Thema beschäftigen, um differenzieren zu können. Tun das unsere Taufpaten und Verwandten?